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171 DRAMATISCH ÜBERSCHATTET

Der Blogpost von letzter Woche konzentrierte sich auf einen Rennfahrer und Gentleman, der über 90 Jahre alt wurde. Wir wissen alle: es gibt auch die Kehrseite der Medaille. Erfolg und grosse dunkle Schatten liegen oft nahe beieinander.

Das Jahr 2015. Jahrelang hatten zwei Freunde denselben Traum und dasselbe Ziel: sie wollten Formel 1 Rennfahrer werden. Einer von ihnen, Jules Bianchi (3. August 1989 – 17. Juli 2015), erreichte dies 2013 und bezahlte mit seinem Leben; nach seinem Unfall beim Grossen Preis der Formel 1 in Japan im Oktober 2014 wachte er letztendlich nicht mehr aus dem Koma auf. Der andere der beiden, Charles Leclerc, setzte seine Karriere fort – weiterfahren auch zur Ehre seines Freundes und Mentors Jules, was auch dessen Willen gewesen wäre.

Das Jahr 2017. Eine andere Schlüsselperson und grosser Förderer, Hervé Leclerc (7. März 1963 – 20. Juni 2017), wurde nur 54 Jahre alt; der Tod seines Vaters überschattet wiederum das Leben des jungen Charles Leclerc. Einige Tage danach reagierte er auf seine Weise: er gewann das Formel 2 Rennen in Asserbeidschan. Dies hätte wohl auch dem Wunsch und Willen seines Vaters entsprochen – und es war auch weiterfahren zu dessen Ehre. 

Das Jahr 2019. Es war das Wochenende des Grossen Preises der F1 in Belgien, in Spa-Francorchamps, wo auch ein Formel 2 Rennen am Samstag stattfand. Charles Leclerc hatte nun sein Ziel als Formel 1 Fahrer erreicht und ein Freund und Weggefährte aus dem Motorsport startete in der Formel 2; Anthoine Hubert (22. September 1996 – 31. August 2019) verunglückte dabei tödlich. Am Tag danach, am Sonntag, gewann Charles Leclerc sein erstes Formel 1 Rennen; er reagierte auf seine Weise – es war auch zur Ehre von Anthoine.

Charles gewann am Wochenende danach auch den Grossen Preis von Italien. Auf seinem Helm und Lenkrad: RIP Tonio. Eine Woche zuvor in Spa-Francorchamps hatte er gesagt, an diesem extremen Wochenende habe er am Samstag einen Freund verloren und am Sonntag habe sich ein Bubentraum erfüllt.

Die Karriere und die grossen Erfolge eines jungen Rennfahrers wurden immer wieder dramatisch überschattet. Charles Leclerc, mental gefestigt und extrem fokussiert, wurde durch all dies stärker, es veränderte ihn für sein ganzes Leben.

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       http://thecastiron.ch/de/pastor-de.html

PS   Quellennachweis: MOTORSPORT aktuell Nr. 38 und 39 / 2019; www.motorsport-aktuell.de und https://www.theguardian.com/sport/2019/may/19/charles-leclerc-ferrari-lost-father-early-changes-forever

PPS   Requiescat in pace – RIP / möge er in Frieden ruhen, üblicherweise als Inschrift auf Grabsteinen; https://www.merriam-webster.com/dictionary/requiescat%20in%20pace

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170 TOULO DE GRAFFENRIED

Vor 70 Jahren gewann Emmanuel de Graffenried, besser bekannt als Toulo de Graffenried (18. Mai 1914 – 22. Januar 2007) mit einem Maserati den Grand Prix von Grossbritannien in Silverstone. 1949 war dies noch nicht im Rahmen der Formel 1 (F1) Weltmeisterschaft; diese begann erst 1950 – auch an diesen Rennen hat von Graffenried dann teilgenommen. Eine besondere Anmerkung zum Britischen Grossen Preis: dieser fand üblicherweise am Samstag statt, damit die Sonntagsruhe nicht gestört wurde.

Es kann sein, dass das heutige Video und eine Portion Nostalgie diesen Blogpost prägen. The Castiron, Rennfahrer aus der Schweiz und eine ganz persönliche Meinung: die grossen Drei aus dem vergangenen Jahrhundert sind Toulo de Graffenried, Jo Siffert und Clay Regazzoni (siehe dazu bitte auch die Blogposts 141 und 156). Oder, in anderen Worten: de Graffenried – Baron de Graffenried, ein Gentleman der Rennstrecke, Siffert – der Mann mit der tragisch endenden Geschichte des Checkbuchs und Regazzoni – der Unzerstörbare. Alle erfolgreich, nicht nur im Formel 1 Rennwagen.

Toulo de Graffenried, auch er Landsmann von The Castiron, stellt ein ganz besonderes Kapitel in der langen Geschichte des Motorsports dar. Viele Rennen, gefährliche Rennstrecken, herausfordernde Fahrzeuge und dazu ein langes Leben – diese Kombination war in diesen Zeiten doch eher die Ausnahme. Auch er: ein weiterer Held der Vergangenheit. Und zu all dem: er war der erste Schweizer, der einen bedeutenden Grand Prix gewann.

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       www.losungen.de

PS   Gemäss www.autobild-klassik.de, Nr. 4/2019, „Hollywood in der Grünen Hölle“, spielte Toulo de Graffenried kurz nach 1950 auch im 20th Century Fox Film „Der Favorit“ mit.

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169 IM UHRZEIGERSINN

Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn? Spielt das überhaupt eine Rolle auf einer Rundstrecke? Ob so oder so, es wird von der inneren Seite der Rennstrecke her bestimmt. Es gibt also beides, mehrheitlich wird im Uhrzeigersinn gefahren. Was sollen die Fragen? 

In diesem Zusammenhang lohnt es sich doch, einige Punkte etwas näher anzuschauen. Beim Fahren im Uhrzeigersinn sind zudem die Rechtskurven zahlreicher – mit nicht unerheblichen Auswirkungen auf das Auto: primär Fahrwerk, Radaufhängung, Bremsen, Reifen. Belastung und Verschleiss sind oft ungleich, meistens vorne links wird das Fahrzeug am meisten gequält. Halte Dir das vor Augen, bei Sichtkontrollen und nötigenfalls auch während der Fahrt! 

Es muss aber nicht zwingend vorne links sein. Auch die Art der Kurve hat einen grossen Einfluss: Kurven wie „Fuchsröhre“ oder die zwei „Karussell“ auf der Nürburgring Nordschleife sind Linkskurven, wo höchste Belastungen auf das Fahrzeug wirken. Du weisst es: die Nordschleife ist speziell – obwohl auch im Uhrzeigersinn, sind Rechts- und Linkskurven durch die grosse Streckenlänge nahezu ausgeglichen. Auch hier: Halte Dir das vor Augen, sei aufmerksam!

Auch die Überholmöglichkeiten sind ein Thema. Im Uhrzeigersinn bedeutet meistens, dass man vor allem rechts am anderen Fahrzeug vorbeikommt. Dies ist von der Streckenart vorgegeben. Links überholen kann hier manchmal auf der Kurvenaussenseite sein und das ist selten die gute Lösung.

Im weiteren Sinn: keine Regel ohne Ausnahme – insbesondere erwähnenswert sind Nordschleife, Bergrennen und ähnliches. Andererseits gibt es auch die Ovalkurse: entweder komplett im Uhrzeigersinn oder im Gegenuhrzeigersinn.

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       www.losungen.de

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168 SELTSAME RÜCKMELDUNG

Es war auf der Heimfahrt, am Tag nach einem tollen Trackday in Zandvoort. Bremsen mit mittlerer Pedalkraft oder mehr und plötzlich eine seltsame Rückmeldung: ein rauhes, wummerndes, schabendes Geräusch – hat das Pony eine Krankheit? The Castiron macht sich ernsthafte Sorgen um Eleanor V, seinen Ford Mustang; die Bremsverzögerung ist nach wie vor gut, jedoch verbunden mit einem ganz leichten Zittern in der Lenkung.

Ist etwas mit den Bremsen nicht in Ordnung, eine Bremsscheibe mit Schlag? Bei der Abreise in Holland war das Pony in bester Verfassung. Die erstmals verwendete Kombination von Bremsscheiben und Bremsbelägen von verschiedenen Herstellern (beides Markenprodukte) hatte besonders auf der Rennstrecke gut funktioniert: es reisst dir die Räder vom Auto – so war das Verzögerungsgefühl, dabei ein absolut konstanter stabiler Pedaldruck, keinerlei Fading, moderater Verschleiss. Und jetzt diese seltsame Rückmeldung beim Bremsen!

The Castiron versucht diese Krankheit zu analysieren. Wenig befahrene Strasse, vorsichtiges Anziehen der Handbremse (wirkt nur auf die Hinterachse): Stille, alles wie üblich. Da sowohl Bremsverzögerung und Pedalgefühl vertrauenswürdig sind, ist es wohl ein nicht allzu grosses Problem; vielleicht ein Fremdkörper zwischen Scheibe und Belag oder ein uneben verschlissener Bremsbelag mit einem Grat. The Castiron entscheidet: dies im Auge behalten und vorausschauend mit der nötigen Vorsicht weiterfahren.

Die seltsame Rückmeldung beim Bremsen hält sich hartnäckig bis zur Ankunft zuhause. Da ist wohl wieder ein Besuch beim Arzt fällig. Seine Diagnose: Rissbildungen an den vorderen Bremsscheiben. Mögliche Ursache? Eine massive Fremdeinwirkung könnte die Scheibe geschwächt haben, was nun unter hoher Beanspruchung einen Folgeschaden nach sich zog. Das könnte der letztjährige Vorfall gewesen sein, als das Pony grasen wollte und sich dabei ungewollt verletzte (schaue dazu doch bitte Blogpost 121 an). Folgeschäden sind meistens schwierige Fälle und erlauben selten eine schlüssige Diagnose – sei stets wachsam.

Oft sind es in solchen Fällen auch Materialfehler aufgrund von minderwertigem Material. Deshalb hier noch einmal, ganz ausdrücklich: Hände weg von dubiosen Produkten; letztlich und über allem ist gute Qualität immer besser. Und zu guter Letzt: Man lernt nie aus!

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       www.losungen.de

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167 LEE IACOCCA

Lido Anthony Iacocca, besser bekannt als Lee Iacocca (15. Oktober 1924 – 2. Juli 2019), wurde auch als Vater des Ford Mustang bekannt. Ein kurzer Rückblick auf sein Leben muss sein.

Der Sohn italienischer Einwanderer schloss ein Ingenieurstudium in Bethlehem, PA ab und besuchte danach die Princeton University. Seine Karriere bei der Ford Motor Company begann er als Ingenieurpraktikant – vom Hauptsitz in Dearborn, MI kam er nach Detroit MI, um letztlich Generaldirektor der Ford Division zu werden.

Träume werden wahr – einer davon ist der Ford Mustang. Nicht zuletzt dank Lee Iacocca wurde dieser Traum Wirklichkeit – und zudem auch noch erschwinglich für sehr viele Menschen. Iacocca war massgeblich an der Entwicklung dieser Ikone der Autogeschichte beteiligt.

The Castiron und Eleanor V, sein Ford Mustang – nur eines von vielen, vielen solchen Autos, welches als Synonym für Individualismus steht; ein Fahrzeug gleich wie das andere? Schaue Dir doch bitte auch Blogpost 62 an, mit dem Video und den Bildern, und Du wirst die Antwort haben.

Diesen Monat wäre Lee Iacocca 95 Jahre alt geworden, doch er verstarb im vergangenen Juli; eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Autogeschichte ist nicht mehr unter uns.

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Foto: Tom van Egmond, Ersigen. Danke Tom!

Empfehlung:       www.losungen.de

PS   Quellennachweis: Wikipedia

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166 BESTE VERBÜNDETE 201910

Erinnerst Du Dich an Blogpost 22 und 88, über Reifen und Felgen, über die Bremsen? Heute: die Stossdämpfer, die Fahrwerksfedern und Du – wirklich beste Verbündete, einmal mehr! Die besten Reifen, die besten Bremsen nützen nichts, wenn die Räder Deines Autos keinen oder schlechten Bodenkontakt haben.

Dieses komplexe Thema braucht normalerweise Spezialisten. Deshalb nur einige grundsätzliche Gedanken, die auf den langjährigen Erfahrungen von The Castiron gründen. Eine ganz wichtige Anmerkung: Stossdämpfer sind eigentlich Schwingungsdämpfer, mit der Aufgabe, soweit wie möglich Ruhe und Stabilität ins Fahrzeug zu bringen.

Die Stossdämpfer sind absolut wesentlich – und oft massiv unterschätzt in ihrer Wichtigkeit. Eine regelmässige Kontrolle sollte sein (schaue doch bitte das Video an); eine Sichtkontrolle im Minimum – ein undichter Dämpfer ist unwirksam und deshalb unbrauchbar. Im Zweifelsfall ist der Fachmann die richtige Adresse für einen Test. Stossdämpfer lassen im Gebrauch in ihrer Wirkung nach, lange Zeit unmerklich! Dies wird oft unterschätzt. 

Eines Tages ist es wirklich an der Zeit für neue Stossdämpfer! Spätestens jetzt ist der Fahrwerksspezialist gefragt. Geld sparen mit Billigstprodukten geht gar nicht – ganz sicher nicht; du bekommst das, wofür du bezahlst! Beim Kauf neuer Dämpfer hast Du eine gute Auswahl; es gibt bestimmt das für Deine Ansprüche passende Ersatzteil von einem renommierten Hersteller.

In diesem Zusammenhang auch noch ein paar Worte zu den Fahrwerksfedern. Ob Du es glaubst oder nicht: ein Federbruch kann vorkommen, auch wenn diese Teile doch einen recht robusten Eindruck machen! Die Sichtkontrolle bringt auch da recht viel. Eine gebrochene Feder gehört ersetzt, wenn möglich achsweise. Und auch da: billig funktioniert nicht!

Gute und erfolgreiche Fahrt, sei es auf der Strasse, sei es auf der Rennstrecke; und vergiss nie die Stossdämpfer – diese zu Unrecht oft unterschätzten, äusserst wichtigen Fahrwerksteile!

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       www.losungen.de

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165 MEHR ÜBER DEN GRAND PRIX SUISSE

Blogpost 153 handelte von der Geschichte eines grossen Klassikers des Motorsports, dem Grand Prix Suisse – und einer damit verbundenen Ausstellung. Heute werfen wir noch einen etwas erweiterten Blick darauf.

Zu allen Zeiten sprechen Technologien und Rennstrecken ihre eigene Sprache: in früheren Zeiten mussten die Motoren noch von Hand angekurbelt werden und die Fahrbahnbeläge bestanden teilweise aus Kopfsteinpflaster. Dabei hatte der Fahrer wie immer primär ein Ziel vor Augen: den Sieg. Zu all dem kam ein hohes Unfallrisiko; Sicherheit war nicht das vordringlichste Thema, im Zentrum standen die Helden hinter den Lenkrädern.

Der Vater von The Castiron war mit diesen Rennen verbunden, er war als Rettungssanitäter im Einsatz. Er erzählte ab und zu Geschichten von Rennfahrern, die nach Unfällen an Bäumen hingen oder von diesen herunterfielen; es waren oft schwere Unfälle, manchmal tödliche. Viel mehr sagte er nicht darüber.

Vater wusste über Glanz und tiefste Dunkelheit dieses faszinierenden Sports. Als sein Sohn, The Castiron, ihm eines Tages sagte, er werde an einem Kurs zum Erlangen einer Rennlizenz teilnehmen, war Vater nicht begeistert – im Gegenteil. Es war ein Prüfstein für beide – welcher letztlich gemeistert wurde. 

Weniger Worte, mehr Bilder: die Bildergalerie gibt Dir einen kurzen Einblick. Viel Vergnügen – und auch etwas zum Nachdenken. Nicht zu vergessen: Heldengeschichten sind oft auch untrennbar mit Tragik und Tod verbunden.

Bis nächsten Freitag.   -   B’hüet Di, alles Gute!   The Castiron

Empfehlung:       http://thecastiron.ch/de/rennfahrer.html

PS   Das Hauptbild von 1939 zeigt den Unfallwagen des deutschen Rennfahrers Rudolf Caracciola, welcher seine Karriere danach beendete. Unter anderem stellte er 1938 mit gut 430 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für Automobile auf.